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24.03.2018 - 17.06.2018 | DIE STADT. Kunstprojekt zum Stadtjubiläum
mit Till Exit, Matthias Hoch, Heidi Specker
Das Projekt  
Im Jahr 2018 feiert die Automobil- und Robert-Schumann-Stadt Zwickau ihre erste urkundliche Erwähnung vor 900 Jahren. An vielen Orten steht deshalb die Historie der Stadt im Mittelpunkt. Die Stadt im Allgemeinen – und auch Zwickau – war schon immer Gegenstand künstlerischer Reflexion, meist in Form der klassischen Stadtbild-Dokumentation. Hier fällt auf, dass bereits im 19. Jahrhundert einerseits romantisierende Ansichten von Zwickau entstanden, im Zuge der Industrialisierung aber gleichzeitig Stadtbilder mit rauchenden Schloten stolz vom Aufschwung Zwickaus als Bergbau- und Industriestadt berichten. Diese zwischen Romantik und Fortschritt pendelnden Pole werden im Rahmen einer gegenwartsbezogenen Ausstellung thematisiert.  
Ergänzend werden im kurzen Wechsel historische Stadtansichten aus den musealen Sammlungen und dem Stadtarchiv Zwickau gezeigt:  
 
23. März. bis 15. April. 2018  
Stadtansichten – Aquarelle und Farblithografien aus dem 19. Jahrhundert  
u. a. von Anton Arrigoni, Christian Gotthilf Demmrich und Oskar Mothes  
 
17. April. bis 6. Mai. 2018  
Historische Postkarten aus dem Stadtarchiv  
 
9. bis 27. Mai 2018  
Stadtansichten – Gemälde aus dem Museumsbestand  
u. a. von Johann Gottfried Pulian, Paul Schmidt-Roller, Gert Fröbe und Elisabeth Decker  
 
30. Mai bis 17. Juni 2018  
Zwickauer Originale – Porträts  
Grafiken und Gemälde aus der Sammlung  
u. a. Carl Gottlob Mittenzwey, Max Pechstein, Hildebrand Gurlitt und Tatjana Lietz  
 
 
Die Künstler  
Zwickau wirbt mit dem Slogan „Automobil- und Robert-Schumann-Stadt“. Also: Moderne und Mobilität versus Romantik und Träumerei! Das Zusammenspiel und die Abhängigkeit von Wirtschaft und Kultur erfährt hier bereits ein vieldeutiges Bild. Mit Horch, Trabant und VW ist Zwickau früh Standort zur Herstellung von Fahrzeugen geworden. Dies prägt die Stadt wirtschaftlich als Industriestandort, als Arbeiterstadt – bis heute. Die Künstler HEIDI SPECKER (geb. 1962 in Damme) und MATTHIAS HOCH (geb. 1958 in Radebeul), die bereits viele Orte der Welt erkundet haben, begeben sich auf die Suche nach Bildern und Symbolen der „Automobil- und Schumann-Stadt“ – mit entsprechend unterschiedlichen fotografischen wie konzeptionellen Ansätzen und Fragestellungen. Matthias Hoch begleitete den aktuellen Prozess in der Automobilproduktion fotografisch. Hochs Sicht von außen auf den hochtechnisierten Produktionsort mit seiner funktionalen wie kühlen Atmosphäre spiegelt die Herstellung eines der virilen Kult- und Prestigeobjekte des 20. Jahrhunderts, das derzeit einen massiven Wertewandel erfährt. Heidi Specker beschäftigt sich am Beispiel der Schumanns mit Kulturbildern, die überliefert werden und ebenfalls Rückschlüsse auf einen gesellschaftlichen Wandel zulassen. So zierte Clara Schumann von 1990 bis zur Einführung des Euro den 100 D-Mark-Schein. Genau 100 D-Mark leiteten zur Wende als „Begrüßungsgeld“ den gesellschaftlichen Umbruch ein. Hier zeigt sich der vielschichtige Zusammenhang von Gesellschaft und Individuum, von Geschichte oder Geschichtsschreibung und dem persönlichen Erleben. Der Wandel – wirtschaftlich und sozial – wird in kulturellen Codes überliefert, mit denen sich Hoffnungen und Träume verbinden, die gleichermaßen Brüche in Biographien bedeuten können. TILL EXIT (geb. 1962 in Karl-Marx-Stadt) beschäftigt sich mit der Stadt als Projektionsfläche für Utopien. Seine monumentale Skulptur verbildlicht die Visionen für einen zukünftigen Ort des Zusammenlebens ebenso wie die Suche nach den Kulturschichten, auf denen immer wieder „gebaut“ wird.  
 
Das Programm  
Das umfangreiche Begleitprogramm in einem von Till Exit eingerichteten Diskussionsraum ermöglicht, sich mit unterschiedlichen Formaten in Vorträgen, Konzerten, Workshops und Gesprächen über die Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Stadt auseinanderzusetzen. Unterstützt wird das Projekt durch die Gruppe „Zwickau 2050“, die sowohl aus freien Architekten als auch dem Stadtplanungsamt Zwickau besteht und ehrenamtlich in den Bereichen Stadtentwicklung und Stadtplanung arbeitet. Auf Initiative dieser Gruppe hat sich Zwickau am größten europäischen Ideenwettbewerb für Wohn- und Städtebau für junge Architekten (Europan) beteiligt. Die Preisträgerentwürfe werden hier vorgestellt.  
 
HEIDI SPECKER wurde 1962 in Damme geboren und studierte ab 1984 Design, Fotografie-/Film-Design an der Fachhochschule Bielefeld. 1995 als Meisterschülerin an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, dort seit 2011 Professorin für Fotografie. Die Künstlerin hatte wichtige Einzelausstellung im Sprengel Museum Hannover, 2005, Pinakothek der Moderne, München 2015, Berlinische Galerie, 2016, und aktuell die Ausstellung: Heidi Specker FOTOGRAFIN im Kunstmuseum Bonn. Heidi Specker erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, sie lebt in Berlin und Leipzig.  
 
MATTHIAS HOCH studierte von 1983 bis 1988 Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Nach einem DAAD-Studienaufenthalt an der Universität Essen (1990) und einem Meisterschülerstudium an der HGB Leipzig (1991–92) lehrte er von 1993 bis 1998 als künstlerischer Assistent an der HGB Leipzig. 2003 erhielt er ein Stipendium der Deutschen Akademie Villa Massimo in Rom, 2013 ein Stipendium des Goethe-Instituts für die Villa Kamogawa in Kyoto. Er lebt in Leipzig.  
 
TILL EXIT ist Spezialist für räumliche Situationen. Geboren 1962 in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz), hat er bis 1995 an der HGB studiert. Installationen und Videoarbeiten, aber auch diverse Arbeiten für die Bühne sind seither entstanden. Dauerhafte Installationen hat er beispielsweise für die Galerie für Zeitgenössische Kunst in Leipzig (Bibliothek) als auch für den Bundestag in Berlin gestaltet.  
Seit 2001 übernahm Till Exit verschiedene Lehraufträge im Bereich Medienkunst und theatraler Raum, u. a. an der Academy of Fine Arts Vienna Chelsea College of Art and Design London (2001-2012), an der Byam Shaw School of Art London (2003-2004), an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (2011-2014) und an der Akademie der bildenden Künste in Wien (seit 2014).  
 
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Das Projekt wird gefördert durch  
 
Kulturstiftung des Freistaates Sachsen „ Die Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.“  
 
Kulturraum Vogtland-Zwickau  
 
Stadt Zwickau  
Ansprechpartner:
Tel. Museumszentrale 03 75 83 45 10
E-Mail: kunstsammlungen@zwickau.de (*)
Weitere Informationen:
Stadtjubiläum 900 Jahre Zwickau
* Weitere Informationen zur eSignatur finden Sie in unserem Impressum.
 
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