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Vergrößerung  Raum II
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Vergrößerung  Gemäldesammlung
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Vergrößerung  Max Pechstein

Die seit Ende 2007 neu eingerichtete ständige Gemäldesammlung bietet den Besuchern einen themengeleiteten Rundgang durch verschiedene Ausstellungssäle, die sowohl durch die Malerei als auch mithilfe von kunstgewerblichen Objekten oder Skulpturen den Geist der jeweiligen Zeit anschaulich werden lassen.

Landschaften, Seestücke, Genrebilder und Portraits vorwiegend der niederländischen Kunst des 17. und 18. Jahrhunderts u.a. mit Werken von Breughel, Vlieger, Coninxloo und Goyen eröffnen den Rundgang durch die Schausammlung. Aber auch italienische, französische und deutsche Malerei, die ebenfalls aus der Stiftung des Dresdner Kunsthistorikers Walter Hentschel stammt, ist hier zu sehen und gibt an ausgewählten Beispielen einen Einblick in die europäische Kunst des Barock-Zeitalters.
Ein weiterer Raum ist der deutschen, insbesondere der Dresdner Kunst um 1800 gewidmet. Hier sind Gemälde von Künstlern des Klassizismus wie Caffe und Füger zu sehen oder ist die Dresdner Romantik mit Werken von Klengel, Dahl und Vogel von Vogelstein vertreten.

Für die deutsche Kunstentwicklung um 1800 spielte in Sachsen jedoch nicht nur Dresden eine Rolle, auch kleinere Grafschaften waren von Bedeutung, wie etwa das aufgeklärte Kulturleben auf dem Schloss des Grafen zu Solms-Wildenfels. Hier war sogar ein Kunstmaler (Christian Leberecht Vogel) für die künstlerische Bildung berufen, ganz im Sinne der Ideale der Aufklärung.

Die deutsche und vor allem sächsische Malerei zwischen Realismus und beginnender Moderne ist im anschließenden Saal zu verfolgen. Bereits vor Museumsgründung kamen vor allem Gemälde der dem Impressionismus nahestehenden Professoren der Dresdener Kunstakademie in die Sammlung. Einflüsse des Pariser Impressionismus gelangten damals durch Gotthardt Kuehl, der zehn Jahre in Paris studierte, nach Dresden. 1895 erhielt er die Berufung zum Professor an die Akademie und bald wurden diese impressionistischen Elemente zur Eigenart der Dresdner Malerei, die von Professoren wie Ferdinand Dorsch, Eugen Bracht und Carl Bantzer gepflegt wurde. Auch die zu sehenden Berliner Maler Max Liebermann und Lesser Ury wurden davon geprägt, übernahmen aber nicht formal den französischen Impressionismus, sondern verbanden die Errungenschaften des Naturalismus und Realismus des 19. Jahrhunderts mit den neuen Zielen der Freiluftmalerei.

Mitte der 1920er Jahren hat Hildebrand Gurlitt versucht, den Gemäldebestand des Hauses mit Werken der Moderne zu erweitern. Einige Werke von Max Pechstein, Otto Griebel, Bernhard Kretschmar, Wilhelm Lachnit oder Otto Hettner blieben glücklicherweise von der nationalsozialistischen Aktion „Entartete Kunst“ verschont und sind damit exzellente Beispiele für Expressionismus und Neue Sachlichkeit.


Max Pechstein in Zwickau

Im Mittelpunkt des Ausstellungsrundganges steht hier selbstverständlich das Schaffen des in Zwickau geborenen Künstlers Max Pechstein (1881-1955), dem ein eigener Ausstellungssaal gewidmet ist. Dank der in den letzten Jahren ausgebauten Sammlung können die eigenen Bestände, aber auch hochkarätige Leihgaben aus Privatbesitz eine umfassende Werkübersicht des „Brücke“-Künstlers geben. Nicht nur mit Gemälden aus der „Brücke“-Zeit, auch frühe Arbeiten und Werke aus den angewandten Bereichen wie Mosaikentwürfe oder Glasfenster oder sein weniger bekanntes Spätwerk zeugen von der Schaffenskraft dieses großen Expressionisten. Zudem werden immer wieder Pechstein-Werke aus der umfangreichen, grafischen Sammlung oder der Brief- und Postkartensammlung des Hauses einbezogen.

In der Dauerausstellung werden ebenfalls die Max-Pechstein-Preisträger der letzten Jahre und in Zwickau geborene Künstler der Gegenwart präsentiert, wie die in Leipzig lebenden Maler Rosa Loy sowie Wolfram und Hartwig Ebersbach. Die Vertreter der sogenannten „Leipziger Schule“ verdeutlichen hier, wie unterschiedlich die seit einiger Zeit wieder unter diesem Etikett firmierende Leipziger Malerei doch sein kann.

Seit 1947 vergibt die Stadt Zwickau den Kunstpreis "Max Pechstein", der durch die vielen, sehr wechselvollen Jahre verschiedene Modifikationen (zwischen 1963 bis 1984 wurde der Preis gar nicht mehr vergeben) erfuhr. Heute wird mit dem Ehrenpreis einerseits das Gesamtwerk eines Künstlers der Gegenwart anerkannt und andererseits die junge aktuelle Kunst innerhalb des deutschsprachigen Raumes mit dem Förderpreis unterstützt. Beispiele unterschiedlichster Richtungen innerhalb der zeitgenössischen Kunst bezeugen die Vielfalt unserer Kunst seit den 1980er Jahren. Die Verleihung des Preises erfolgt im Zweijahresrhythmus, zweimal hintereinander als Förderpreis für junge Künstler oder Künstlergruppen (bis 35 Jahre) und einmal als Ehrenpreis an profilierte Künstlerpersönlichkeiten. Mit der Ausstellung der Preiskandidaten und der Preisträger positionieren sich seither die Kunstsammlungen als ein modernes Kunstmuseum, das die künstlerische Qualität des Namensgebers fortführt.