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Vergrößerung Titelbild Ausstellungsplakat: Albert Hennig (1907-1998), Arbeiter beim Flechten von Armierungen, 1932/33, Kunstsammlungen Zwickau Max-Pechstein-Museum
 
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Vergrößerung Otto Griebel (1895-1972), Die Bergleute, 1927, Aquarell auf genarbtem Zeichenkarton, Kunstsammlungen Zwickau Max-Pechstein-Museum.
23.05.2014 - 03.08.2014 | Das Auge des Arbeiters
Arbeiterfotografie und Kunst um 1930
In Momentaufnahmen „von unten“ belichtet die Ausstellung die Weimarer Republik. Sie lenkt den Blick auf bisher kaum wahrgenommene Akteure im Spannungsfeld zwischen privater Medienkultur und linker Propaganda: Arbeiter, Handwerker und Kleinbauern, die um 1930 ihre Lebenswelt fotografierten. Mit ihrem Alltag bildeten sie soziale wie politische Konflikte ab – und trugen damit zu deren agitatorischer Inszenierung in der Parteipresse bei. So erweisen sich die Amateuraufnahmen vom Beginn der Medienmoderne als Vorboten sowohl der DDR-Fotokultur als auch der heutigen Bilderflut des Internets.  
 
In der Ausstellung treten die Arbeiterfotografien in einen Dialog mit Malerei und Grafik der Neuen Sachlichkeit und des Kritischen Realismus. Den Aufnahmen der Arbeiterfotografen wie Wilhelm Zimmermann, Walter Ballhause, Hans Bresler oder Richard Peter werden in übergreifenden Themenbereichen (Erinnern, Arbeiten, Leben, Hoffen, Sehen, Montieren) Werke von bildenden Künstlern gegenübergestellt. Zu sehen sind u.a. Gemälde und Graphiken von Otto Dix, Conrad Felixmüller, Erich Fraaß, Otto Griebel, Heinz Hamisch, Walter Jacob, Käthe Kollwitz, Wilhelm Lachnit, Curt Querner oder Erika Streit. Zudem werden die politischen Fotocollagen von John Heartfield gezeigt.  
Ein Mittler zwischen den Welten war der Betonbauer Albert Hennig (1907–1998). Er wagte 1932 am Dessauer Bauhaus den Sprung vom proletarischen Amateurfotografen zum „Reklamemann“. Als Künstler zu arbeiten, sollte ihm jedoch erst sehr viel später gelingen. Die Kunstsammlungen Zwickau bewahren Hennigs ebenso umfangreichen wie außergewöhnlichen Nachlass – darunter über 400 erstmals im Buch katalogisierte Fotografien. Für die Ausstellung sind rund 60 Fotos und 10 freie künstlerische Arbeiten ausgewählt worden.  
 
Neben Privatsammlern gehören zu den Leihgebern dieser umfangreichen Schau Museen und Institute aus Altenburg, Bautzen, Berlin, Dresden und Leipzig.  
 
Nach den Kunstsammlungen Zwickau zeigen das Käthe Kollwitz Museum Köln im Herbst 2014 und das Stadtmuseum Dresden im Frühjahr 2015 das „Auge des Arbeiters“. Konzipiert wurde die Schau vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde, Dresden, gemeinsam mit der Fakultät Medien der HTWK Leipzig sowie den Partnermuseen. Sie ist ein Ergebnis des mit Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierten Projektes „Das Auge des Arbeiters. Untersuchungen zur proletarischen Amateurfotografie der Weimarer Republik am Beispiel Sachsens“. In dreijähriger Arbeit gelang es unter anderem, im Freistaat bedeutende Sammlungsbestände zu erschließen – ca. 5000 Motive sind überwiegend online verfügbar und stehen damit für weitere Recherchen bereit.  
 
Das Begleitbuch zur Ausstellung erscheint bei Spector Books Leipzig (440 Seiten, ca. 800 Abb., 36,00 €, an der Museumskasse 28,00 €). Es wurde wie die Ausstellungsgestaltung von der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen gefördert.  
 
Die Ausstellung wird von einem interessanten Rahmenprogramm begleitet.  
Ansprechpartner:
Tel. Museumszentrale: 03 75 / 83 45 10
E-Mail: kunstsammlungen@zwickau.de (*)
Weitere Informationen:
zum Begleitbuch
* Weitere Informationen zur eSignatur finden Sie in unserem Impressum.
 
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