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Vergrößerung Clemens Meyer, 2018, Bildquelle: SWR2
 
23.05.2018 – 19:00 Uhr | Im Netz der Spinnenfrau. Lesung mit Clemens Meyer
NEU im Begleitprogramm zur Ausstellung DIE STADT. Kunstprojekt zum Stadtjubiläum
Der Leipziger Autor Clemens Meyer liest aus seinem Hörspiel Im Netz der Spinnenfrau, das im Januar 2018 in der Reihe SWR2 ESSAY gesendet wurde.  
 
Eintritt:  
Erwachsene 5 Euro, ermäßigt 3 Euro  
 
„Der Schriftsteller Clemens Meyer legt in seinem Essay Im Netz der Spinnenfrau selbst Fäden aus, in die DDR-Vergangenheit, die Wendejahre, aber auch in die Zukunft, um in Mentalitäten Erklärungen zu finden für das Entstehen und späte Entdecken des NSU.“ (Stefan Fischer, Süddeutsche Zeitung).  
 
Um das Jahr 2055 besucht ein ehemaliger Journalist eine ehemalige Rechtsterroristin im Altenpflegeheim „Martin Andersen Nexö“. Er ist fast genauso alt wie sie, in seiner Jugend hätten sich ihre Wege kreuzen können.  
Bevor er ihr Zimmer betritt, schreitet er durch die langen Gänge seiner Erinnerungen: das Gift der Neonazis im Osten, die rechte Zeitschrift Compact, verlegt in der Stadt L, in der sich das Altenpflegeheim „Martin Andersen Nexö“ befindet, rassistische Überfälle in der DDR der späten 80er Jahre, der Griff der westdeutschen Nazis nach dem Osten, das sächsische Land, in dem Wolfsspinnen hausten, ohne Netze, aber immer auf der Jagd, sozialistisches Liedgut seiner Kindheit ..., die Gefängnisse mit und ohne Jean Genet ...  
Und als der ehemalige Journalist dann endlich das Zimmer der ehemaligen Rechtsterroristin betritt, ist er gefangen im Netz der Spinnenfrau, in ihren Geschichten, Lügen, Legenden und Rechtfertigungen, die auch seine eigenen Geschichten sind. (Clemens Meyer)  
 
Clemens Meyer  
Ab 1990/91 erlebte der 1977 in Halle/Saale geborene Clemens Meyer seine Jugend in der Nachwendezeit als „Tanz auf den Trümmern“, die er in seinem Roman Als wir träumten – der autobiografische Bezüge enthält – mit Kleinkriminalität, Alkohol, Drogen, Gewalt, Gefängnisaufenthalten in Zeithain, Tätowierungen und selbstorganisierten Technopartys beschreibt. Nach dem Abitur 1996 jobbte Meyer unter anderem als Bauarbeiter.  
Von 1998 bis 2003 studierte Meyer am Deutschen Literaturinstitut Leipzig, unterbrochen von einem Aufenthalt in der Jugendarrestanstalt Zeithain. Sein Studium finanzierte er als Wachmann, Möbelpacker, Gabelstaplerfahrer und mit Stipendien. In den Seminaren stellte er nur wenige seiner Texte zur Debatte, sondern lernte mehr durch Diskussionen über die Texte anderer.  
Im Jahr 2006 veröffentlichte Clemens Meyer seinen Debütroman Als wir träumten. Dieser beschreibt das Leben männlicher Jugendlicher im Leipziger Arbeiterviertel Reudnitz in den 90er Jahren und ist autobiografisch gefärbt. Der Roman wurde als der "lang ersehnte Wenderoman" von der Presse gelobt, wurde als "literarische Sensation" wahrgenommen und war 2006 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Clemens Meyers zweite Veröffentlichung aus dem Jahr 2008 – Die Nacht, die Lichter – ist eine Sammlung von Kurzgeschichten. Im März 2010 erschien Meyers drittes Buch Gewalten. Ein Tagebuch. Am 22. August 2013 kam Meyers Roman Im Stein heraus. Dieser beschäftigt sich mit Sexarbeit, Zwangsprostitution und deren kapitalistisch-wirtschaftlicher Organisierung in einer Leipzig ähnelnden Großstadt der neuen Bundesländer der 90er Jahre. Der Roman stand auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis und wurde mit dem renommierten Bremer Literaturpreis ausgezeichnet.  
Meyers Werke sind in zahlreiche Sprachen übersetzt, u. a. ins Kroatische, Englische, Französische, Italienische und Schwedische.  
 
Ansprechpartner:
Tel. Museumszentrale 0375 834510
E-Mail: kunstsammlungen@zwickau.de (*)
Weitere Informationen:
Homepage Clemens Meyer
* Weitere Informationen zur eSignatur finden Sie in unserem Impressum.
 
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